Kreativität ist ein sehr vielfältiger Begriff, der heutzutage nahezu inflationär genutzt wird. Insgesamt gibt es verschiedene Ansätze, was diese eigentlich auszeichnet und wie sie entsteht. Ganz allgemein betrachtet wird Kreativität als Fähigkeit definiert, neue, originelle und nützliche Ideen zu haben und leitet sich vom lateinischen Wort “creare” ab, was sich schlicht mit “erschaffen” übersetzen lässt. Doch wie gelingt es einem denn letztendlich, etwas Eigenes zu erschaffen? Bevor man mit dem Schreiben eines eigenen Buchs loslegt, muss man natürlich erstmal eine zündende Idee haben. Dabei ist es schwierig, kreative Ideen zu haben, wenn das Schreiben lediglich ein Hobby ist und man seine Energie hauptsächlich in seinen eigentlichen Beruf investieren muss. Auf dem Weg zur Ideenfindung gibt es jedoch einige Kreativitätstechniken, die man anwenden kann, um ein geeignetes und verwendbares Konzept zu erstellen. Einige dieser Methoden möchten wir Ihnen gerne vorstellen.

Brainstorming & Brainwriting

Brainstorming ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Kreativitätstechniken, welche dem Brainwriting und Mindmapping sehr ähnlich ist. Der US-amerikanische Autor und Werbefachmann entwickelte diese Methode 1939, um mit seinen Mitarbeitern in kurzer Zeit möglichst viele neue Ideen zu generieren. Die regelmäßigen Arbeitstreffen schienen die Kreativität nicht besonders zu fördern.

Hierbei sind vier Grundregeln aufgestellt:

  1. Keine Kritik üben und Vorschläge bewerten.
  2. Je mehr Ideen, desto besser. Quantität geht hierbei vor Qualität.
  3. Bereits vorhandene Ideen können auch ergänzt und verbessert werden.
  4. Je ungewöhnlicher und verrückter die Idee, desto besser. Auch abwegig denken ist erlaubt. 

Insgesamt besteht das Brainstorming aus drei Phasen: In der ersten Phase folgt eine Einleitung. Teilnehmer des Brainstormings machen sich mit dem Thema und auch der Methode erst einmal vertraut. Phase zwei beinhaltet schließlich die Erzeugung von Ideen unabhängig von deren Qualität. Zu guter Letzt diskutieren und beurteilen die Teilnehmer die einzelnen Ideen noch einmal sachlich. 

Brainstorming ist also eine sinnvolle Methode, wenn in Gruppen neue Ideen benötigt werden. Aber auch alleine können Sie diese drei Phasen durchlaufen und entwickeln so vielleicht DIE Idee für Ihr eigenes Buch. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

Brainwriting ähnelt stark der Methode des Brainstormings und unterscheidet sich nur darin, dass jeder Teilnehmer für sich die eigenen Ideen verschriftlicht. Das hat den Vorteil, dass keine Vorschläge in der Diskussion untergehen können, da sie schriftlich fixiert sind. Diese Technik wird häufig in den Bereichen Werbung und Journalismus eingesetzt. 

Die Mind-Map

Die Methode der Mind-Map entwickelte in den 1960er Jahren der englische Psychologe Tony Buzan. Eine Mind-Map ist eine kognitive Arbeitsweise, die man zum Beispiel zum Erschließen und visuellen Darstellen eines Themengebietes, aber auch für Mitschriften oder zum Planen nutzen kann. Das Prinzip der Assoziation steht an dieser Stelle im Mittelpunkt und soll die freie Entfaltung von Gedanken und die Fähigkeit des Gehirns zur Kategorienbildung nutzen.

Zunächst notiert man das zentrale Thema in der Mitte eines unlinierten Papiers, woraufhin man davon ausgehend Äste zeichnet und mit den Hauptthemen, ähnlich den Kapitelüberschriften eines Buches, beschriftet. Daran schließen sich nach außen hin immer dünner werdende Zweige, die ebenfalls mit Begriffen versehen werden, an. Die Mind-Map ist dann fertig, wenn sie aus der Sicht des Autors final ist. Diese Technik wird nicht nur zur Ideenfindung genutzt, sondern auch bei der Prüfungsvorbereitung, beim Entwurf eines Vortrags, zur Planung und Organisation oder auch zur Struktur von Sachtexten oder Geschichten für ein eigenes Buch. 

Durch den selbst strukturierten Aufbau hat die Mind-Map den Vorteil, dass sich ihre Inhalte sehr gut im Gedächtnis einprägen. Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl an Programmen, mit denen man Kreativitätstechniken wie Mind-Maps erstellen kann, zusätzlich ist aber natürlich auch die altmodische Methode mit Papier und Stift möglich. Grundsätzlich ist es egal, mit welchem Genre Sie es bei Ihrem eigenen Buch zu tun haben: Fachliteratur, aber auch Romane können mit einer Mind-Map als Basis eine Hilfe sein, um eine erste Struktur zu erstellen. Lassen Sie Ihren Gedanken einfach freien Lauf.

Alles steht Kopf – mit der Kopfstandmethode

Und nun wird es mit der nächsten Methode ein wenig verrückt – der Kopfstandmethode, auch bekannt als Umkehrtechnik. Ja, richtig gelesen. Keine Sorge, nicht Sie müssen sich auf den Kopf stellen, sondern Sie müssen das mit der Fragestellung tun. Diese bekannte Kreativitätstechnik ist verwandt mit der Provokationstechnik von Edward de Bono, einem britischen Kognitions- wissenschaftler und Schriftsteller.

Wollen Sie zum Beispiel einen Fantasyroman schreiben und suchen dahingehend nach einem spannenden, fantasievollen Einfall für das eigene Buch, können Sie die Fragestellung umdrehen und eine Antwort suchen auf “Was langweilt die Leser?” oder “Wie schreibe ich einen möglichst fantasielosen Roman?”. Häufig fallen einem auf solche negativ geprägten Fragen sehr viel mehr Antworten ein. Diese gefundenen Antworten stellt man danach einfach auf den Kopf, indem man das Gegenteil formuliert. Vermeiden Sie dabei negative Begriffe in den Antworten wie “nicht” oder “kein”. Die Formulierungen können Sie ruhig auf die Spitze treiben, denn je verrückter, desto besser.

Von Träumern, Machern und Kritikern – Die Walt-Disney-Methode

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und daher oft in seiner recht starren Denkweise verankert. Eine Hilfestellung könnte hier die Walt-Disney-Methode, eine der bekannten Kreativitätstechniken, sein. Sie geht auf Robert Brian Dilts zurück, der über den berühmten Filmproduzenten und Trickfilmzeichner Walt Disney schrieb: “…tatsächlich gab es drei Walts: den Träumer, den Realisten und den Spielverderber.” Daraus leitete sich diese Methode ab, die sowohl alleine als auch im Team durchgeführt werden kann und besonders für die Planung eines eigenen Buchprojekts geeignet ist. Sie versetzen sich nacheinander in drei verschiedene Rollen: der Träumer, der Realist bzw. der “Macher” und der Kritiker. Ziel ist also eine Betrachtung aus drei verschiedenen Perspektiven. 

  1. Der Träumer: Gehen Sie davon aus, dass alles möglich ist und denken Sie ohne Grenzen. In dieser Rolle gehen Sie von einer idealen Welt aus und enthalten sich eines praktischen Urteils zu einer Idee. Sind Sie visionär und optimistisch veranlagt, fällt Ihnen diese Rolle leicht. 
  2. Der Realist: In dieser Rolle betrachten Sie das Thema von der praktischen Seite und denken weder sehr positiv noch kritisch, also nehmen Sie eine neutrale Position ein. Überlegen Sie pragmatisch, wie man die Umsetzung realistisch durchführt und was dafür alles zu tun ist.
  3. Der Kritiker: Als eine Art Qualitätsmanager und Fragensteller unterwerfen Sie alles einer Prüfung. Probleme, Stolpersteine und Widersprüche sollen aufgedeckt werden. 

Je nachdem, welcher Persönlichkeitstyp Sie sind, wird Ihnen die ein oder andere Rolle schwerer fallen. Während Träumer eher Probleme haben werden, die Rolle des Kritikers einzunehmen, wird es andersherum betrachtet Kritikern schwer fallen, Visionen zu haben und möglichst frei ohne jegliche Grenzen zu denken.

Für eine gute Idee für Ihr eigenes Buch können Sie jede dieser Kreativitätstechniken einmal ausprobieren. Alles, was Sie dafür brauchen, sind Stift und Papier. Sie werden merken, dass Sie mit einigen Methoden besser zurechtkommen als mit anderen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren und gutes Gelingen!

Waren die Kreativitätstechniken hilfreich für Sie?

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Ihr bis500-Team


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